Theatrales Mischpult

Das partizipative Konzept von ACT beginnt immer im Spiel. Jedes Spiel wird schrittweise zunehmend komplexer und bietet immer neue Möglichkeiten, das Spiel kreativ und anders weiterzuentwickeln. Der Ansatz des Theatralen Mischpults basiert auf den Prinzipien Beziehung und Partizipation.

«Wir gehen in einen großen  Raum, in dem es keine Beschriftungen gibt. Der Raum ist frei. Wir bespielen den Raum neu. Und wir bespielen damit auch die Menschen neu. Wir fangen von vorne an. Wie eine Art Reset.»

Maike Plath
Biografische Schreibwerkstatt mit dem Methodenkasten von Maike Plath „Als ich einmal sehr glücklich war“, Beltz Verlag

Dies wird möglich durch die Bereitstellung von partizipativen Spielwiesen, das bedeutet konkret:

Wissen wird in seine Einzelteile zerlegt und in größeren inhaltlichen Zusammenhängen systematisch spielerisch verfügbar gemacht. Die Jugendlichen können aus unendlich vielen Möglichkeiten immer neue, eigene Lernwege kombinieren. Dabei führt jeder individuelle Impuls zu neuen Möglichkeiten und neuen Erkenntnissen.

Die Jugendlichen korrigieren sich bei diesen komplexen Lernprozessen selbst, sie werden zunehmend zu Experten und sehen ihre eigenen Fortschritte und was die nächste, eigene Herausforderung sein könnte – wie in einem Computerspiel. Dabei dürfen sie bewusst unterschiedliche Wege und Ideen entwickeln – denn für das Erreichen eines kollektiven Ziels werden gerade unterschiedliche Fähigkeiten und Ansätze besonders effektiv.

Arbeit mit dem Theatralen Mischpult von Marke Plath. Biografisches partizipatives Theater gibt jungen Menschen eine Stimme.

Aktuelle Projekte

ACT setzt auf die Prinzipien Beziehung und Partizipation und bringt ein neues Konzept von Bildung in Schulen und Kultureinrichtungen.

How long is paradise?

Heimathafen Neukölln

22 Jugendliche, 44 Wochen, Alter 11-26, Premiere am 16. Juni 2016, Studiobühne Heimathafen Neukölln

Ist die wachsende Hinwendung von jungen Menschen zur Religion eine Reaktion auf eine Welt, in der die großen Utopien augenscheinlich fehlen? Das Thema Glaube ist wieder hochaktuell. Die intensive künstlerische Auseinandersetzung versetzt Jugendliche in die Lage, sich selbst in größeren Zusammenhängen zu begreifen und ganz neue Fragen zu stellen.

Durchgeführt von Maike Plath, Maria Zillich und Moritz Degen

Das Projekt wird ermöglicht durch das Förderprogramm «Künste öffnen Welten». Herzlichen Dank!

Das Museum – eine Schule der Dinge V

Museum der Dinge Kreuzberg und Marcel-Breuer-Schule

60 Jugendliche, 3 Workshoptage, Alter 17-26

Bildende Kunst, Architektur, Design und Theater werden auf fruchtbare Weise miteinander verbunden. Dinge erzählen Geschichten und haben ihre ganz eigene Biografie. Auszubildende für Glastechnik, Holztechnik und Design nähern sich ihnen auf ihre ganz persönliche Weise.

Durchgeführt von Jennifer Schüßler

Die Workshops finden im Rahmen des Projektes «Das Museum – eine Schule der Dinge V» statt. Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt des Werkbundarchiv – Museum der Dinge und der Marcel-Breuer-Schule. Herzlichen Dank!

Wie geht Frieden?

Alexander-Puschkin-Schule und Zimmertheater Lichtenberg

24 Jugendliche, 44 Wochen, Alter 13-18, Premieren am 29. Juni 2016, theaterforum kreuzberg, 6. Juli 2016, Kulturhaus Karlshorst

Wie wäre es, wenn «Frieden führen» uns ebenso viel Einfallsreichtum, Geschicklichkeit und strategisches Know-how abfordern würde, wie «Krieg führen»? Zwei Gruppen in Lichtenberg gehen der Frage nach: Was bedeutet Frieden für mich? Wie kann ich ihn erschaffen, herbeiführen, einfordern?

Durchgeführt von Nicole Huiskamp, Christina Kettering, Ana-Svenja Kiesewalter und Stefanie López

Das Projekt wird ermöglicht durch die Robert Bosch Stiftung, die Kreuzberger Kinderstiftung, die Heidehof-Stiftung, Mittel der Schule und private Spender. Herzlichen Dank!

Sprachgewitter

Jens-Nydahl-Grundschule Kreuzberg, Rudolf-Hildebrand-Grundschule Mariendorf

65 Kinder, 41 Wochen, Alter 10-12, Premiere (Nydahl) am 25. Januar 2016, Premiere am 14.07 um 18:30h in der Aula der Schule

«Sei niemals mutlos, sondern verweile im Bauchgefühl.» Aus – Wortschnipseln werden – eigene Gedichte – eigene Malereien – Standbilder, werden – eigene Szenen. Das Theaterprojekt zum Thema Sprache findet jedes Jahr in zwei fünften Klasse statt.

Durchgeführt von Klara Kußmann, Ole Tietjen und Jule Torhorst

Das Projekt wird ermöglicht aus Mitteln der Schulen.

Wünsch dir was!

Quinoa-Schule Wedding

52 Jugendliche, 44 Wochen, Alter 12-16

Was wünsche ich mir? Wer bin ich und wer will ich sein? Die Jugendlichen thematisieren in Bildern und Szenen ihre Situation in der neuen Schulumgebung. Sie überwinden Unsicherheiten und Ängste durch die Beschäftigung mit der eigenen Biografie und machen die Erfahrung, anerkannter Teil einer Gemeinschaft zu sein. Denn nur wer im Eigenen bestärkt worden ist, kann lernen das Andersartige, Fremde auszuhalten.

Durchgeführt von Falko Glomm, Muriel Nestler und Clara Pujalte Ibarrondo

Das Projekt wird ermöglicht durch Mittel der Schule. Herzlichen Dank!

Schweigendes Gold

Kepler-Schule Neukölln

10 Jugendliche, 44 Wochen, Alter 16-17, Premiere am 1.Juli 2016, theaterforum kreuzberg

Was fasziniert uns am Konsum? Welche Bedeutung haben Dinge in meinem Leben und was bedeutet Reichtum eigentlich für mich? Die Jugendlichen machen sich auf die Suche nach dem «guten Leben» und entdecken, was alles in ihnen steckt.

Durchgeführt von Ole Tietjen und Anna Maria Weber

Das Projekt wird ermöglicht durch die Stiftung help and hope, die Bürgerstiftung Neukölln, Lush Charity Pot und private Spender. Herzlichen Dank!

Herz und Stadt

Herbert-Hoover-Schule Wedding

192 Jugendliche, 8 Wochen, Alter 12-14

Von «himmelhochjauchzend» bis «zu Tode betrübt»: Was fühle ich selber und wer sind all die neuen Menschen in meiner Klasse? Oder: Was bedeutet Stadt für mich und was kann ich täglich in ihr entdecken? Alle 7. und 8. Klassen schnuppern in einwöchigen Projektwochen zum Schuljahres Begin nun schon seit 5 Jahren Theaterluft.

Durchgeführt von Julia Brettschneider, Florian Oberle, Clara Pujalte Ibarrondo

Das Projekt wird ermöglicht aus Mitteln der Schule und des Bezirks Mitte. Herzlichen Dank!

Danke an alle Spender und Unterstützer von ACT. Zwillinge machen ein Selfi bei der Probe.

«Das Glück kommt in der Probenzeit, weil man frei ist. Man ist wortwörtlich frei, und ich glaube so eine Freiheit gibt es sehr selten auf der ganzen weiten Welt!»

Walid, 19 Jahre, Neukölln

Alle Projekte sind für die Teilnehmenden kostenfrei. ACT finanziert sich zu 95 Prozent aus Fördermitteln und Spenden. Damit das so bleibt, freuen wir uns über Ihre Hilfe!

Zwei Mädchen bei der Produktion biografischer Texte in einer Schreibwerkstatt zum biografischen Theater.

Weiterbildung

LernKünste

In Kooperation mit der Alice-Salomon-Hochschule

43 Künstler_innen und Kulturschaffende, 2 Erprobungen, 3 Jahre

LernKünste ist eine zertifizierte spartenübergreifende Weiterbildung für Kunst- und Kulturschaffende mit biografischem und partizipativem Ansatz. Es geht vor allem um die Frage, wie Künstler_innen und Kulturschaffende Angebote so gestalten können, dass sie Jugendliche zu eigenständigen künstlerischen Prozessen ermächtigen. Beide Erprobungen werden von der ASH wissenschaftlich begleitet. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich, da alle Plätze belegt sind.

Durchgeführt von Maike Plath

Das Kooperationsprojekt von ACT e.V. und der Alice-Salomon-Hochschule Berlin wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Herzlichen Dank!

ACT macht Vielfalt als Glücksfall sichtbar. Wir brauchen die Verschiedenheit, damit jeder etwas eigenes beitragen kann.

Alle Abbildungen: Friederike Faber