Theatrales Mischpult

Das partizipative Konzept von ACT beginnt immer im Spiel. Jedes Spiel wird schrittweise zunehmend komplexer und bietet immer neue Möglichkeiten, das Spiel kreativ und anders weiterzuentwickeln. Der Ansatz des Theatralen Mischpults basiert auf den Prinzipien Beziehung und Partizipation.

«Wir gehen in einen großen  Raum, in dem es keine Beschriftungen gibt. Der Raum ist frei. Wir bespielen den Raum neu. Und wir bespielen damit auch die Menschen neu. Wir fangen von vorne an. Wie eine Art Reset.»

Maike Plath
Biografische Schreibwerkstatt mit dem Methodenkasten von Maike Plath „Als ich einmal sehr glücklich war“, Beltz Verlag

Dies wird möglich durch die Bereitstellung von partizipativen Spielwiesen, das bedeutet konkret:

Wissen wird in seine Einzelteile zerlegt und in größeren inhaltlichen Zusammenhängen systematisch spielerisch verfügbar gemacht. Die Jugendlichen können aus unendlich vielen Möglichkeiten immer neue, eigene Lernwege kombinieren. Dabei führt jeder individuelle Impuls zu neuen Möglichkeiten und neuen Erkenntnissen.

Die Jugendlichen korrigieren sich bei diesen komplexen Lernprozessen selbst, sie werden zunehmend zu Experten und sehen ihre eigenen Fortschritte und was die nächste, eigene Herausforderung sein könnte – wie in einem Computerspiel. Dabei dürfen sie bewusst unterschiedliche Wege und Ideen entwickeln – denn für das Erreichen eines kollektiven Ziels werden gerade unterschiedliche Fähigkeiten und Ansätze besonders effektiv.

Arbeit mit dem Theatralen Mischpult von Marke Plath. Biografisches partizipatives Theater gibt jungen Menschen eine Stimme.

Aktuelle Projekte

ACT setzt auf die Prinzipien Beziehung und Partizipation und bringt ein neues Konzept von Bildung in Schulen und Kultureinrichtungen.

Matrix der Demokratie

Heimathafen Neukölln

25 Jugendliche, 44 Wochen, Alter 11-26, ACT- Festival Studiobühne Heimathafen Neukölln

Die neue Weltunordnung macht Angst - wir fragen uns: Was kann Demokratie? Können WIR Demokratie? Wollen wir Demokratie? Warum? Warum nicht? Wie sieht er aus - der Geheim-Code, die Matrix der Demokratie?

Wir fragen Menschen in Berlin, wir filmen, wir fragen nach, wir halten fest: Was passiert gerade mit der «Demokratie»? Was passiert gerade mit der Welt, die wir kennen? Das Projekt «Die Matrix der Demokratie» ist ein Recherche-Projekt. Es entstehen unter anderem: Film, Theater, Aktionen im öffentlichen Raum.

Durchgeführt von Maike Plath und Moritz Degen

Das Projekt wird ermöglicht durch den Projektfonds Kulturelle Bildung. Herzlichen Dank!

ÜBERsetzen

Haus der Jugend Wedding, Zimmertheater Lichtenberg, Kepler-Schule Neukölln

42 Jugendliche, 88 Wochen, Alter 12-23, ACT-Festival Studiobühne Heimathafen

Was meint einer, der «Freiheit» sagt? Was meint eine, die «Heimat» sagt? Was meint eine, die «Krieg» sagt? Wenn wir aus unterschiedlichen Welten kommen, helfen Worte oft nicht weiter. Berliner Jugendliche und junge Geflüchtete machen sich mit den Mitteln des Theaters auf die Suche nach der Bedeutung hinter den Worten. Dort wo unsere Gedanken und Erlebnisse, Wünsche und Fähigkeiten, kurz, unser gesamtes menschliches Potential verborgen liegt. Erst wenn wir diese verstehen, können wir auch zu einer gemeinsamen Sprache finden.

Durchgeführt von Ana-Svenja Kiesewalter, Clara Pujalte-Ibarrondo, Lukas Oertel, Nicole Huiskamp, Stefanie López und Ole Tietjen

Das Projekt wird gefördert von Aktion Mensch. Herzlichen Dank!

Ausstellungsprojekt GERN MODERN?

Museum der Dinge Kreuzberg, Nydahl-Grundschule und Marcel-Breuer-Schule

Voraussichtlich 80 Kinder und Jugendliche, 6 Workshoptage, Alter 9-26

Bildende Kunst, Architektur, Design und Theater werden auf fruchtbare Weise miteinander verbunden. Es entsteht eine Ausstellung zum Thema „Wohnen“. Wohnrealitäten und -träume der Kinder werden verknüpft mit Konzepten zum Wohnen in Kreuzberg nach 1945, Möbelentwicklungen, Musterwohnungen und Werkbundkisten.

Durchgeführt von Klara Kußmann

Die Workshops finden im Rahmen des Projektes «Gern modern» statt. Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt des Werkbundarchiv – Museum der Dinge und der Marcel-Breuer-Schule. Herzlichen Dank!

Sprachgewitter

Jens-Nydahl-Grundschule Kreuzberg

50 Kinder, 20 Wochen, Alter 10-12, Premiere am 16. (5a) Und 17.(5b) Januar 2016, in den Räumen der Schule

«Sei niemals mutlos, sondern verweile im Bauchgefühl.» Aus – Wortschnipseln werden – eigene Gedichte – eigene Malereien – Standbilder, werden – eigene Szenen. Das Theaterprojekt zum Thema Sprache findet jedes Jahr in zwei fünften Klasse statt.

Durchgeführt von Klara Kußmann, Ole Tietjen und Marianne Thies

Das Projekt wird ermöglicht aus Mitteln der Schule.

Homebase

Alexander-Puschkin-Schule Lichtenberg

20 Jugendliche, Alter 15-16, Premiere 5.7.2017 im Kulturhaus Karlshorst

Heimat ist laut Duden „das Land oder die Gegend, wo man geboren und aufgewachsen ist oder wo man sich zu Hause fühlt, weil man schon lange dort wohnt.“ Stimmt das? Ist das Heimat? Was, wenn man sich dort, wo man aufgewachsen ist, nicht wohlfühlt? Oder wenn es viele andere Orte gibt, an denen man sich heimisch fühlt? Was ist Heimat? Der DS-Kurs der 8. Klassen erforscht die Bedeutung eines vagen Begriffs mit den Mitteln des biografischen Theaters.

Durchgeführt von Christina Kettering und Angela Kauert

Das Projekt wird ermöglicht aus Mitteln der Schule.

Trial and Error

Quinoa-Schule Wedding

26 Jugendliche, 2 Wochen, Premiere am 17.09.2016 im Haus der Jugend

Fehler sind Umwege und Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Was muss ich leisten? Was darf ich tun? Darf ich scheitern? Was ist Scheitern und wer bestimmt darüber, was Erfolg ist?

Die neue Klasse der Quinoa-Schule erprobt zwei intensive Wochen das Theatrale Mischpult und traut sich neue Wege zu gehen.

Durchgeführt von Clara Pujalte-Ibarrondo und Falko Glomm

Das Projekt wird ermöglicht aus Mitteln der Schule

Herz und Stadt

Herbert-Hoover-Schule Wedding

192 Jugendliche, 8 Wochen, Alter 12-14

Von «himmelhochjauchzend» bis «zu Tode betrübt»: Was fühle ich selber und wer sind all die neuen Menschen in meiner Klasse? Oder: Was bedeutet Stadt für mich und was kann ich täglich in ihr entdecken? Alle 7. und 8. Klassen schnuppern in einwöchigen Projektwochen zum Schuljahresbeginn nun schon seit 6 Jahren Theaterluft.

Durchgeführt von Julia Brettschneider, Sören Kaspersinski und Kalle Mille

Das Projekt wird ermöglicht aus Mitteln der Schule und des Bezirks Mitte. Herzlichen Dank!

Danke an alle Spender und Unterstützer von ACT. Zwillinge machen ein Selfi bei der Probe.

«Das Glück kommt in der Probenzeit, weil man frei ist. Man ist wortwörtlich frei, und ich glaube so eine Freiheit gibt es sehr selten auf der ganzen weiten Welt!»

Walid, 19 Jahre, Neukölln

Alle Projekte sind für die Teilnehmenden kostenfrei. ACT finanziert sich zu 95 Prozent aus Fördermitteln und Spenden. Damit das so bleibt, freuen wir uns über Ihre Hilfe!

Zwei Mädchen bei der Produktion biografischer Texte in einer Schreibwerkstatt zum biografischen Theater.

Weiterbildung

LernKünste

In Kooperation mit der Alice-Salomon-Hochschule

43 Künstler_innen und Kulturschaffende, 2 Erprobungen, 3 Jahre

LernKünste ist eine zertifizierte spartenübergreifende Weiterbildung für Kunst- und Kulturschaffende mit biografischem und partizipativem Ansatz. Es geht vor allem um die Frage, wie Künstler_innen und Kulturschaffende Angebote so gestalten können, dass sie Jugendliche zu eigenständigen künstlerischen Prozessen ermächtigen. Beide Erprobungen werden von der ASH wissenschaftlich begleitet. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich, da alle Plätze belegt sind.

Durchgeführt von Maike Plath

Das Kooperationsprojekt von ACT e.V. und der Alice-Salomon-Hochschule Berlin wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Herzlichen Dank!

ACT macht Vielfalt als Glücksfall sichtbar. Wir brauchen die Verschiedenheit, damit jeder etwas eigenes beitragen kann.

Alle Abbildungen: Friederike Faber