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Das Projekt «SPOT ON» wurde von Aktion Mensch und der Stiftung Berliner Sparkasse bewilligt und wir freuen uns riesig, dass wir direkt damit loslegen können.

Hier gibt es ein kleines Interview mit Hussein und Verena — den Köpfen und Herzen hinter diesem Projekt. Sie haben den Antrag geschrieben, das Projekt geplant und stecken gerade schon mitten in der Umsetzung.

Anna:
Hallo ihr zwei. Könnt ihr erstmal kurz erzählen, wer ihr seid und was ihr bei ACT tut?

Hussein:
Gerne! Ich bin der von der Startseite der Website. Das Foto von mir ist mittlerweile über 10 Jahre alt, aber ich bin immer noch da (lacht). Ich kenne Maike noch aus der Schule. Als sie weggegangen ist, sind wir einfach wie so kleine Entenküken hinterher zum Heimathafen. Seit ein paar Jahren leite ich jetzt selbst auch an und übernehme Verantwortung in unserem ACT_Lab in Neukölln.

Verena:
Ich bin ausgebildete Theater-Regisseurin und habe bei ACT bestimmt schon fünf verschiedene Jobs gemacht. Hauptsächlich mache ich Projektmanagement, aber seit einiger Zeit schreibe ich auch Anträge. Wie diesen für SPOT ON zum Beispiel. Ich finde es immer noch ein bisschen unglaublich, dass der ohne eine einzige Anmerkung durchgegangen ist!

Anna:
Herzlichen Glückwunsch nochmal dazu! Ich habe mich auch riesig über die Zusagen gefreut. Wann geht’s denn los?

Verena:
Offizieller Projektstart war der 1.4.2024. Insgesamt haben wir nun bis 2026 Geld dafür!

Hussein:
Aktuell bauen wir schon eine Bühne ins Lab. Ab Juni geht´s dann los mit einer regelmäßigen Theatergruppe. Jeden Mittwoch! Davor machen wir das Projekt noch in Schulen im Kiez bekannt. Es können alle kommen, die zwischen 14 und 26 Jahren alt sind.

Anna:
Und um was geht es inhaltlich?

Hussein:
Vor allem um Konflikte. Die nehmen hier nämlich zu. Die Leute sind gestresst und unter Druck. Viele Jugendliche wissen nicht so richtig wohin mit sich. Und dann hören sie in der Schule immer nur, dass sie Nichts richtig machen. Es gibt tausend Anforderungen, auch zu Hause, dazu oft wenig Geld und wenig Platz. Immer heißt es: «Tu dies, tu das!» Nie fragt mal einer, was du brauchst oder willst. Gleichzeitig gibt es immer mehr antimuslimischen Rassismus, Konflikte wegen der Situation im Nahen Osten und niemanden, der mal zuhört oder konstruktiv irgendwelche FakeNews auflöst. Da gibt es dann einfach die Gefahr, dass aus kleinen Dingen große Konflikte werden. Dem wollen wir was entgegensetzen.

Verena:
Ja, es bedarf mehr neuer Impulse — Beteiligung statt Stigmatisierung. Gerade offene Gruppenangebote, die mit theatralen Mitteln arbeiten, fehlen in Neukölln. Bei unserer Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wurde uns das auch nochmal bestätigt. Denn gerade Theater ist so wirksam, weil es so viele verschiedene Ebenen anspricht und gleichzeitig so viel Spaß macht.

Anna:
Das klingt total spannend! Und worauf arbeitet ihr hin? Gibt es dann eine Aufführung?

Verena:
Es gibt unterschiedliche Stränge. Aufführungen wird es z.B. beim jährlichen Straßenfest geben, damit auch Menschen erreicht werden, die sonst vielleicht nicht ins Theater gehen.

Hussein:
Und gleichzeitig wird es auch filmische Aufarbeitungen von Szenen geben. Die unterschiedlichen Variationen eines Streits oder eines gesellschaftlichen Konfliktthemas werden z.B. filmisch festgehalten und veröffentlicht. Die künstlerischen Bearbeitungen und möglichen Konfliktlösungen werden damit einer breiten Masse zur Verfügung gestellt.

Verena:
Bei der Planung des Projektes war uns wichtig, dass es sowohl die ganz konkrete und regelmäßige, analoge Arbeit gibt. Dort wo Strategien der Konfliktlösung erlernt und ausprobiert werden können. Wo Menschen auch Qualifizierung in diesem Bereich durchlaufen. Und auf der anderen Seite wollen wir möglichst viele Menschen nachhaltig erreichen.

Anna:
Ich danke euch! Braucht ihr noch etwas oder wollt ihr noch etwas loswerden an die Menschen aus dem Umfeld von ACT?

Verena:
Ganz konkret brauchen wir die Miete vom Lab. Die konnte ich bei Aktion Mensch nämlich nicht mit beantragen. Das sind pro Jahr 22.000€ und es macht mir schon Bauchschmerzen, dass die noch fehlen.

Hussein:
Ich will noch sagen, dass ich mich sehr über diese Zusage freue. Für mich hat das auch viel mit Anerkennung zu tun. Dass da jemand sagt: Toll, dass ihr diese Arbeit macht, wir unterstützen euch dabei! Letztlich geht es doch immer darum, dass alle was beitragen, damit was besser wird. Der eine kann gut zuhören, die andere gut vermitteln. Jemand anderes hat vielleicht einen guten Blick für Bilder oder kann unangenehme Wahrheiten aussprechen. Ich kann gut mit Leuten, andere haben Geld. Wenn wir es schaffen, dass Menschen Lust bekommen mitzumachen oder was beizutragen, ist das schon die halbe Miete. Also wörtlich jetzt (lacht).

Anna:
Ok, das nehme ich jetzt mal als Auftrag von euch an und richte direkt eine Spendenaktion ein. Es ist zwar aktuell echt schwierig mit Spenden, aber vielleicht kommt ja auch über viele kleine Beiträge genug zusammen.

Verena:
Dann könnte ich zumindest schon wieder besser schlafen (lacht). Ab August ist die Miete aktuell nicht mehr gedeckt!

Hussein:
Das wird schon. Ich bin optimistisch. Guck mal, was wir schon alles geschafft haben! Früher in der Berufsberatung haben sie mir immer nur «Maler und Lackierer» angeboten. Nichts gegen den Job, aber im Lab kann ich die ganze Bandbreite meiner Talente einbringen. Da kann ich Bauen, Zuhören, Vermitteln, Trösten, Neues entwickeln und junge Menschen dabei unterstützen, mit ihrem Leben was Sinnvolles zu machen. Wenn das möglich ist, ist alles möglich!

Anna:
Das klingt nach einem guten Schlusssatz! Ich danke euch für das schöne Gespräch.